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Projekte

Die Heunburg

Hoch über dem Jauntal erhebt sich die Heunburg – ein Ort, der seit Jahrhunderten den Stürmen der Zeit trotzt. Ihre Mauern tragen die Spuren vergangener Zeitalter, ihre Silhouette wacht wie ein stiller Hüter über das Land. Heute ist sie Heimat des Heunburg Theaters, das die alten Steine mit neuem Leben erfüllt und Kunst in eine Welt bringt, die sich ständig wandelt.

Seit mehreren Jahren begleitet dieses Dokumentarfilmprojekt die Burg und jene Menschen, die ihr verbunden sind. Erste Dreharbeiten wurden bereits abgeschlossen – gefilmt in Nächten voller Atmosphäre, in Morgenstunden, in denen der Nebel wie ein Schleier über den Felsen lag. Doch wie jeder Ort, der mit der Natur lebt, stellte sich die Heunburg auch gegen uns: Unwetter, Stürme und plötzliche Wetterumschwünge unterbrachen die Dreharbeiten immer wieder.

Auch terminliche Überschneidungen und die saisonale Struktur des Theaterbetriebs verlangten Geduld und Ausdauer. So wurde aus einem geplanten Projekt ein Weg, der länger dauert als gedacht – aber dadurch nur an Tiefe gewinnt.

Der Film erzählt von der Geschichte der Heunburg, von ihrem Verfall und ihrer Rettung, von den Menschen, die sie mit Leidenschaft und Mut wiederbelebt haben. Er zeigt das Theater, das in ihren Mauern entsteht, und die Kraft eines Ortes, der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet.

Die Fertigstellung des Films ist für 2026 vorgesehen. Die Premiere wird im Herbst 2026 erwartet.

Die Heunburg ist dabei nicht nur Kulisse. Sie ist eine Figur, ein Zeuge, ein Wesen aus Stein und Zeit. Ein Ort, der Geschichten atmet – und neue hervorbringt.

Im Reich des Alpenkönigs

Über Jahrhunderte lebten in den abgelegenen Bergtälern des Friaul Menschen, getragen von Landwirtschaft, Waldarbeit und dem Bergbau. Das Leben war hart, die Arbeit fordernd, die Winter lang. Als der Bergbau zurückging und die Städte neue Möglichkeiten boten, leerten sich die Täler langsam. Naturereignisse und wirtschaftliche Umbrüche beschleunigten diesen Prozess. Zurück blieben Orte, die nicht verlassen wirken, sondern wie Räume, die aus dem Alltag herausgefallen sind.

Heute fahren täglich tausende Menschen über die Autobahn durch das Kanaltal Richtung Süden, ohne zu ahnen, was wenige hundert Meter neben ihnen liegt. Hinter den Felswänden öffnen sich Täler, die kaum jemand kennt – stille Landschaften voller Spuren, Geschichten und Übergänge. Sie liegen so nah, dass man sie fast berühren könnte, und bleiben doch unsichtbar für jene, die nur hindurchfahren.

Zwischen diesen Bergketten liegen Orte wie das Raccolana‑Tal, das Val Resia, das Val Aupa oder das Val Alba. Manche Häuser halten sich noch gegen die Zeit, andere sind längst Teil des Waldes geworden. Wege verschwinden, Wasser und Licht schreiben neue Linien über alte Strukturen. Die Landschaft arbeitet langsam, aber unaufhaltsam.

Diese fotografische Arbeit ist keine Suche nach Vergangenheit. Sie ist eine Annäherung an Räume, die sich öffnen, wenn man ihnen zuhört. Ich bewege mich zu Fuß, mit wenig Ausrüstung und viel Aufmerksamkeit, und beobachte, wie Natur, Architektur und Erinnerung ineinander übergehen. Es ist eine Langzeitdokumentation über Rückzug und Beharrlichkeit. Eine stille Erzählung über Orte, die nicht laut werden müssen, um Wirkung zu entfalten.

„Im Reich des Alpenkönigs“ ist noch im Entstehen und verweist auf den Tagliamento, der als letzter weitgehend unregulierter Wildfluss der Alpen gilt – ein Strom, dessen natürliche Dynamik über Jahrhunderte Landschaften, Siedlungen und Wege geprägt hat und bis heute als seltenes Zeugnis einer ursprünglichen Flusskultur fortbesteht.