Zwischen Kärnten und dem Friaul beginnt eine Landschaft, die sich anfühlt, als wäre sie aus der Zeit gefallen. Nur wenige Kilometer hinter der Grenze öffnen sich Täler, in denen der Alltag längst verstummt ist. Orte, die früher belebt waren, stehen heute still – nicht als Kulisse, sondern als Zeugnis einer Vergangenheit, die langsam von der Natur zurückgenommen wird.
Der alte Bahnhof von Tarvis ist einer dieser Orte. Ein Gebäude, das einmal Ankunft und Aufbruch bedeutete und heute nur noch die Spuren seiner Geschichte trägt. Weiter südlich liegt Cave del Predil, ein Ort, der vom Bergbau geprägt war und dessen Häuser, Straßen und Hallen noch immer von der Arbeit erzählen, die hier über Generationen stattfand. Vieles steht leer, manches verfällt, und doch hat der Ort eine Präsenz, die man nicht ignorieren kann.
Noch abgeschiedener wirkt das Raccolana‑Tal. Ein Tal, das nicht nur einzelne Gebäude verloren hat, sondern ganze Lebensräume. Verlassene Häuser, überwucherte Wege, stille Schluchten – hier zeigt sich, wie schnell die Natur zurückkehrt, wenn der Mensch geht. Es ist kein touristischer „Lost Place“, sondern ein Raum, der sich selbst überlassen wurde und gerade dadurch eine besondere Atmosphäre entwickelt.
Mich interessieren an diesen Orten nicht die spektakulären Ruinen, sondern die leisen Spuren: Strukturen, die bleiben. Räume, die sich verändern. Landschaften, die Geschichten tragen, ohne sie laut auszusprechen. Diese Serie zeigt Bilder aus einer Region, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart hängt – und gerade deshalb so faszinierend ist.






















